15.737 Unterschriften an Fekter: Stopp Spekulation auf Nahrungsmittel

Wien, 29.11.2012. Vor einigen Wochen haben wir zur Unterstützung der Online-Petition „Stopp Spekulation auf Nahrungsmittel“ aufgerufen. Heute hat eine NGO-Delegation von Caritas, ECA Watch, Forum Fairer Handel und Attac über 15.000 Unterschriften an Finanzministerin Fekter übergeben. Im Namen von ECA Watch Österreich möchte ich mich bei jenen bedanken, die diese Aktion mit ihrer Unterschrift unterstützt haben.

Die Finanzministerin versicherte uns in einem einstündigen Treffen, sich im Rahmen der Verhandlungen um die europäische Finanzmarktdirektive (MiFID) für die Eindämmung von Lebensmittelspekulation einzusetzen. Hier die heutige Aussendung zur Übergabe der Unterschriften:

***

Unterschriften an Fekter: Stopp Spekulation auf Nahrungsmittel

Finanzministerin muss sich EU-weit für wirksame Regulierung einsetzen

15.737 Menschen in Österreich haben die Caritas-Petition „Stopp Spekulation auf Nahrungsmittel“ unterzeichnet. Sie alle möchten nicht hinnehmen, dass 870 Millionen Menschen unter anderem deshalb hungern, weil die Preise von lebens- wichtigen Grundnahrungsmitteln wie Mais, Weizen oder Reis künstlich in die Höhe getrieben werden. Heute hat eine sechsköpfige Delegation der Caritas und VertreterInnen von weiteren unterstützenden Organisationen (KOO, ÖBV, Dreikönigsaktion, Eca Watch Österreich, Attac, Sol, Forum Fairer Handel, Global 2000, Arbeiterkammer Wien) die gesammelten Unterschriften an Bundesministerin Fekter übergeben. Mit der Übergabe der Unterschriften „möchten wir die Finanzministerin nochmals auffordern, sich für die Einführung von weitgehenden Positionslimits, für erhöhte Transparenzvorschriften auf den Agrarmärkten und für ein Verbot von Indexfonds beim Handel mit Agrarrohstoffen einzusetzen“, erläutert Caritas Präsident Franz Küberl heute im Finanzministerium das Anliegen der Aktion.

StoppSpekulation2_skaliert

von li nach re: Thomas Wenidoppler, Eca Watch Österreich, Veronika Mayr, Koordinatorin Forum Fairer Handel, Helene Unterguggenberger, entwicklungspolitische Referentin Caritas, Franz Küberl, Caritas-Präsident, Julianna Fehlinger, Vorstandsmitglied Attac, Christoph Schweifer, Generalsekretär Auslandshilfe Caritas

Bundesministerin Maria Fekter vertritt Österreich im europäischen Finanzministerrat ECOFIN, der demnächst die Revision der europäischen Finanzmarktrichtlinie MiFID beschließen wird. Diese Richtlinie ist eine Chance, europäische Finanzmärkte viel stärker zu regulieren und damit auch exzessive Spekulation auf Nahrungsmittel einzudämmen. Bundesministerin Dr. Maria Fekter begrüßt die Initiative der Caritas und dankt den teilnehmenden Organisationen für ihren Einsatz im Kampf gegen weltweites Hungerleiden. „In der Finanzmarktrichtlinie MiFID haben wir bereits viele Forderungen der Caritas berücksichtigen können. Wir erhöhen die Transparenz, stärken die Aufsicht im Bereich Rohstoffe, regeln Warenderivate und dämmen computergesteuerten Hochfrequenzhandel ein. Diese Maßnahmen sind ein wichtiger Beitrag, um auch der Spekulation mit Nahrungsmitteln klare Grenzen zu setzen. Die Unterstützer der Petition haben mit mir einen Partner bei den kommenden Verhandlungen in Brüssel“, betont Finanzministerin Fekter. Küberl bei der Übergabe: „Getreide darf kein Spekulationsobjekt bleiben. Güter, die für das Überleben Millionen von Menschen unerlässlich sind, dürfen keine Spielwiese für Spekulanten sein. Denn: Gewinne, über die die einen jubeln, können für andere das Todesurteil bedeuten.“