Banken finanzieren US-Pipeline auf Kosten indigener Bevölkerung und der Natur

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Foto: Ryan Redhawk, Standing Rock Rising

Einige der größten Banken der Welt sind am Bau einer unterirdischen Pipeline zwischen North Dakota und Illinois in den USA beteiligt. Der Bau bedroht nicht nur die Wasserversorgung der betroffenen Gebiete, sondern auch die Grabstätten und das heilige Land indigener AnwohnerInnen und lässt alte Konflikte um Land neu aufleben.

Das Projekt soll die ölführenden Gesteinsschichten in North Dakota mit der 1900 Kilometer entfernten Infrastruktur zur Weiterverarbeitung in Illinois verbinden. Das 3,8 Milliarden US$ teure Projekt wird vom Unternehmen Dakota Access LCC realisiert, finanziert wird es jedoch von einem 2,5 Milliarden schweren Kredit eines Konsortiums von 17 Banken, die großteils die Equator Principles gezeichnet haben und sich somit eigentlich selbst höhere Mindeststandards auferlegt haben, als in der Branche üblich.

Das von NGOs zur Zeit heftig kritisierte Konsortium besteht aus Citigroup (USA), BBVA (Spanien), BNP Paribas (Frankreich), Bank of Tokyo Mitsubishi UFJ (Japan), BayernLB (Deutschland), Crédit Agricole (Frankreich), DnB NOR (Norwegen), ING Group (Niederlande), Industrial and Commercial Bank of China/ICBC (China), Intesa Sanpaolo (Italien), Mizuho (Japan), Natixis (Frankreich), Société Générale (Frankreich), Sumitomo Mitsui Banking Corporation (Japan), SunTrust Bank (United States), TD Bank Financial Group (Kanada), Wells Fargo (USA).

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Foto: Ryan Redhawk, Standing Rock Rising

Schon seit dem Beginn der Planung 2014 regte sich Widerstand in allen betroffenen Bundesstaaten. Mancher- orts wurden sogar  Baustopps angeordnet, da neue Umwelt-verträglichkeitsprüfungen durchgeführt werden müssen. Andernorts spitzte sich der Protest und die Polizeigewalt jedoch in den letzten Monaten zu.

Insbesondere am Rand des Gebiets Standing Rock der Sioux geht die Polizei immer rücksichtsloser gegen Menschen vor, die sich den Bauarbeiten in den Weg stellen.

Die Pipeline stellt die Souveränität und weitgehende Selbstverwaltung der Gebiete der Sioux in Frage. Zudem sind Grabstätten und heiliges Land der Sioux durch die Bauarbeiten bedroht und nicht zu unrecht fürchten viele Menschen eine Verunreinigung ihres Trinkwassers durch mit der Zeit entstehende Lecks in der Pipeline.

Zuletzt ist ein weiterer Ausbau der Infrastruktur der Erdölindustrie nicht zielführend, gerade da aus Sicht des Klimaschutzes die Abkehr von fossilen Energieträgern drängender denn je ist. Aus diesen Gründen intensivieren sich die Proteste der Betroffenen und auch in Österreich gab es erste Solidaritätsbekundungen von System Change not Climate Change! mit den AktivistInnen in North Dakota.

FT Watch hat gemeinsam mit über 500 Organisationen aus dem zivilgesellschaftlichen Spektrum einen Protestbrief an die involvierten Banken gesendet. (Update am Abend des 01.12.1016 in Bezug auf unsere Presseaussendung ebenfalls 01.12.2016, wo 420 Organisationen genannt sind: Im Verlauf des Tages haben rund 90 weitere Organisationen den Brief unterzeichnet.)

Weitere Hintergrundinformationen finden sich auf der BankTrack-Website im „Global call on banks to halt loan to Dakota Access Pipeline“ sowie unter „Dodgy Deals“.