Brasilien: Gericht suspendiert Erlaubnis für Belo-Monte-Kraftwerk

Altamira (APA/Reuters) – Ein brasilianisches Gericht hat am Donnerstag die Betriebserlaubnis für den umstrittenen Belo-Monte-Staudamm suspendiert. Das Kraftwerk hätte bereits in wenigen Wochen in Betrieb gehen sollen.

Die Richterin des Bundesgerichts in Altamira entschied, dass Betreiber Norte Energia und die brasilianische Regierung zuerst die örtliche Vertretung der staatlichen Behörde für die indigene Bevölkerung (Funai) reorganisieren müssen. Derzeit sind mehrere Funai-Vertretungen in der Region geschlossen und die Anzahl ihrer Mitarbeiter hat sich in den vergangenen Jahren drastisch reduziert.

Da diese Reorganisierung bereits 2014 gerichtlich angeordnet, aber nicht erfolgt war, belegte das Gericht nun die Regierung und das Unternehmen außerdem mit einer Geldstrafe von insgesamt 900.000 Real (203.845,89 Euro).

Mit einer maximalen Leistung von 11.200 Megawatt ist Belo Monte am Xingu-Fluss im brasilianischen Bundesstaat Para der drittgrößte Staudamm der Welt. Auch die österreichische Andritz AG ist an dem Projekt beteiligt. Über Jahre verzögerten Umweltschützer und Indigenenvertreter mit einstweiligen Verfügungen die Fertigstellung.

An vorderster Front kämpfte der aus Österreich stammende Bischof Erwin Kräutler von Altamira-Xingu gegen den Damm. Er geißelte die zwangsweise Umsiedlung von 40.000 Menschen und bezeichnete Belo Monte als soziale und ökologische Katastrophe.

Quelle: APA