Dakota Access Pipeline: Proteste erreichen vorläufigen Baustopp

Nach monatelangen Protesten hat der Widerstand gegen die beinahe 1900 Kilometer lange Pipeline zum vorläufigen Erfolg geführt: Die Bauarbeiten werden vorerst eingestellt und eine alternative Route wird geprüft.

Am 4. Dezember gab das zuständige US Army Corps of Engineers bekannt, dass die Bauarbeiten am Rande des Gebiets Standing Rock der Sioux gestoppt werden. Das Kommando für Bauingenieurwesens zog die Genehmigung zur Untertunnelung des Lake Oahe vergangenen Sonntag zurück, nachdem sich die Proteste immer weiter intensiviert hatten. Trotz winterlichen Wetters hatten Indigene, UmweltschützerInnen und letztlich sogar Veteranen des US-Militärs nahe der geplanten Route der Pipeline ein Protestcamp errichtet.

Das 3,8 Milliarden US-Dollar teure Projekt ist mittlerweile beinahe fertig gestellt, lediglich die Teilstrecke am Rande des Gebiets der Sioux war noch in Planung. Die verschiedensten Gruppen der Sioux protestierten jedoch seit Jahren gegen die Pläne des Unternehmens Energy Transfer Partners, da sie nicht nur eine Zerstörung von Grabstätten und heiligem Land befürchten, sondern auch eine langfristige Kontamination ihres Trinkwassers durch den Öltransfer.

Dave Archambault, der Vorsitzende der Sioux am Standing Rock zeigte sich erfreut über die Entscheidung und gab bekannt, dass sich die DemonstrantInnen zurückziehen sollten, weil den Winter über nicht weiter gebaut werden wird. „Wir unterstützen diese Entscheidung aus ganzem Herzen und sprechen dem Präsidenten Obama, dem Army Corps, Innen-, sowie Justizministerium unseren Respekt aus, den Mut zu haben und dem Verlauf der Geschichte die richtige Richtung zu geben,“ so Archambault. „Wir müssen aber auch der kommenden Administration um Donald Trump klarmachen, dass das die richtige Entscheidung war.“

-> Siehe zum Beispiel die Artikel inklusive Film- und Bildbeiträgen
der New York Times (04.12.2016) und von Reuters (06.12.2016)
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Der designierte US-Präsident will nach der Amtsübernahme die Entscheidung prüfen.  Trump gilt als Befürworter der Dakota Access Pipeline und besitzt Anteile an Energy Transfer Partners, dem für den Bau verantwortlichen Unternehmen.