Abendveranstaltung am 02.04.2014: Natur AG? Einführung in die Thematik der Finanzialisierung der Natur und Alternativen

Vortrag von Jutta Kill, Expertin für Emissionshandel und Biodiversitäts-Offsetting

Seit ein paar Jahren entwickeln einige Regierungen, ÖkonomInnen und internationale Institutionen wie das Umweltprogramm der UN einen neuen Ansatz, bei dem die Natur als „Ökosystem-Dienstleister“ angesehen wird. Unter dem Begriff „Green Economy“ und „Green New Deal“ werden diese Vorschläge der Öffentlichkeit vorgestellt. Dahinter verbirgt sich der Ansatz, die Verantwortung für die Risikobewertung zunehmend dem privaten Sektor und Marktmechanismen zu übertragen. Die Erhaltung der Natur soll in Zukunft eine Handelssache sein und die natürliche Umgebung nichts als eine Reihe handelbarer Güter und Dienstleistungen.

Nach dieser Logik stehen Dienstleistungen des Ökosystems nicht mehr gratis zur Verfügung, denn laut Pavan Sukhdev, dem führenden Autor der Studie The Economics of Ecosystems and Biodiversity, „nutzen wir die Natur, weil sie wertvoll ist, aber wir verlieren sie, weil sie kostenlos ist.“ Die bisherigen Erfahrungen mit dem europäischen Emissionshandel zeigen aber: Marktbasierte Ansätze tragen keineswegs zur Lösung des Problems bei.

Jutta Kill führt in die Thematik ein und zeigt Alternativen und den konkreten Widerstand gegen die Finanzialisierung auf.

2. April 2014, 18.30 Uhr

Neues Institutsgebäude (NIG) der Universität Wien, Hörsaal II, Erdgeschoss

Universitätsstraße 7, 1010 Wien

Eine Veranstaltung von: Attac, ECA Watch, DKA, Finance and Trade Watch und FIAN gemeinsam mit dem Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien