Xayaburi-Staudamm (Laos)

Am Unterlauf des Mekong in Laos soll mit dem Xayaburi-Projekt eine riesige Staustufe entstehen. Der Damm soll 820 Meter breit und 30 Meter hoch werden. Es ist dies der erste Staudamm am noch frei fließenden unteren Mekong, über 80 Projekte sollen an Haupt- und Nebenflüssen folgen.

Der österreichische Maschinenbaukonzern Andritz AG ist trotz der desaströsen Menschenrechtslage vor Ort und dem Wissen über die Umweltauswirkungen in den Kraftwerksbau involviert und will acht Kaplan-Turbinen im Wert von rund 300 Millionen Euro liefern. FT Watch hat im April 2014 gemeinsam mit in der Mekong-Region tätigen NGOs eine OECD Beschwerde im Wirtschaftsministerium eingereicht (siehe unten).

 

Protestzug gegen den Xayaburi-Staudamm mit Booten den Mekong entlang. Buengkhan Province, Thailand 14.03.2014 (Foto International Rivers)

Protestzug gegen den Xayaburi-Staudamm mit Booten den Mekong entlang. Buengkhan Province, Thailand 14.03.2014 (Foto: International Rivers)

Seit dem Spatenstich im November 2012 sind in Laos die baulichen Vorbereitungen zum etwa drei Milliarden Euro teuren Xayaburi-Staudammprojekt im Gange. Plangemäß soll der kommerzielle Betrieb im Jahr 2019 aufgenommen werden. Laos ignoriert dabei die Bedenken der Anrainerländer im Rahmen der Mekong River Comission, dass die sozialen und ökologischen Folgen des geplanten Staudammes nicht ausreichend untersucht seien. Insbesondere die flussabwärts gelegenen Länder Vietnam und Kambodscha stehen dem Kraftwerksprojekt sehr kritisch gegenüber, da diese von den Folgen besonders schwerwiegend betroffen sein werden. Der Xayaburi-Staudamm und seine Nachfolgeprojekte würden mit einem enormen Rückgang der
Fischbestände und zerstörerischen Auswirkungen für das Mekong-Delta, der „Reiskammer“ Südostasiens, und seiner Bevölkerung einhergehen.

Ohne die Sedimente, die der frei fließende Mekong im Delta ablagert, schwinden enorme landwirtschaftliche Anbauflächen. Die Erhaltung der natürlichen Schätze des Mekong ist die Grundlage für das Leben von 60 Millionen Menschen im Einzugsbereich des Flusses. Für Fischarten wie den Mekong Riesenwels, der bis zu drei Meter lang und 300 Kilogramm schwer werden kann, würde der Xayaburi Staudamm eine unüberwindliche Barriere darstellen, die diese Art auf ihren Laichwanderungen stromaufwärts nicht passieren könnte.

Die Erträge aus dem Fischfang drohen um bis zu 40 Prozent zurückzugehen. In Kambodscha deckt die Bevölkerung 82 Prozent ihres Proteinbedarfs aus Fischfang aus dem Mekong. Die Xayaburi Wasserkraftanlage stellt daher die größte, grenzüberschreitende Bedrohung für die Ernährungssicherheit sowie den Erhalt der biologischen Vielfalt in den Ländern Kambodscha, Laos, Thailand und Vietnam dar. Die Grundversorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln aus Fischerei und Landwirtschaft ist durch das Projekt stark gefährdet.

→ Fact-Sheet Xayaburi Fallbeschreibung als PDF

OECD Beschwerde gegen Andritz Hydro (April 2014):

→ OECD Beschwerde gegen die Andritz Hydro AG an den Nationalen Kontaktpunkt im österreichischen Wirtschaftsministerium (Englisch)

Presseaussendung zur Einreichung der Beschwerde beim österreichischen Nationalen Kontaktpunkt (öNKP, Wirtschaftsministerium)

→ Fact-Sheet Zusammenfassung der Beschwerde im Fall Xayaburi (Deutsch)

Abschluss des Mediationsverfahrens (Juli 2017):

Stellungnahme des öNKP und Joint Statement im englischsprachigen Original

Deutschsprachige Arbeitsübersetzung der Gemeinsamen Erklärung (Joint Statement)

Follow-up gemeinsam mit dem öNKP (Sept./Okt. 2018)

→ NGO-Follow-up-Bericht 1 Jahr nach Ende des Mediationsverfahrens mit der Andritz Hydro AG (Sept. 2018, Englisch)

Mekong News:

→ Mekong News: Videos und Artikel zu den Staudamm-Projekten am Mekong

Eine Frau beim Goldwaschen am Mekong, im Hintergrund die Xayaburi-Baustelle (Dezember 2012). Die Frau ist mittlerweile mit großer Wahrscheinlichkeit zwangsumgesiedelt worden. (Print-Version auf Anfrage)

Eine Frau beim Goldwaschen am Mekong, im Hintergrund die Xayaburi-Baustelle (Dezember 2012). Die Frau ist mittlerweile mit großer Wahrscheinlichkeit zwangsumgesiedelt worden.