Massenaktion gegen Braunkohle in Deutschland

Am Samstag, den 15. August, fand im deutschen Rheinland nahe Düsseldorf die bisher größte Aktion zivilen Ungehorsams gegen Braunkohle-Abbau und -Verstromung statt. Über 1000 Personen gelangten trotz massivem Polizei- und RWE-Security-Einsatz in den Tagebau „Garzweiler II“ und blockierten die Kohlebagger für mehrere Stunden – in weißen Anzügen, gewappnet mit Bannern und Blumen, begleitet von Samba-Trommeln und einer Clowns-Armee.

Zwar umringt von der Polizei, doch der Bagger steht. Weitere Aktivist*innengruppen besetzten andere Kohlebagger.

Zwar umringt von der Polizei, doch der Bagger steht. Weitere Aktivist*innengruppen besetzten andere Kohlebagger.

„Hut ab! Die Klima-Aktivisten im rheinischen Braunkohle-Revier verdienen Hochachtung und Respekt! Mit ihren Aktionen an diesem Wochenende sind sie mutig vorweg gegangen, haben symbolisch an einigen Stellen und für einige Stunden die gigantische Braunkohle-Maschinerie zum Stehen gebracht. Sie haben aufmerksam gemacht auf die größte Umweltbedrohung unserer Zeit: die Gefährdung des Weltklimas durch CO2 und die bedeutende Rolle, die die Braunkohle-Verstromung dabei spielt,“ schreibt Jürgen Döschner von WDR auf tagesschau.de [1].

Die Braunkohlekraftwerke von Nordrhein Westfalen sind Europas größte CO2-Quelle [2]. Die Verstromung von Braunkohle ist nicht nur höchst CO2-intensiv und energetisch ineffizient, sondern auch umweltschädlich. Beispielsweise sind die Braunkohlekraftwerke allein für rund 50 % der deutschen Quecksilber-Emissionen verantwortlich. [3]

Der am 15. August besetzte Tagebau  „Garzweiler II“ umfasst eine Fläche von rund 50 km² – und darin zwölf Dörfer, 7600 Bürger*innen und eine der fruchtbarsten landwirtschaftlichen Flächen Deutschlands. Die Sümpfungsmaßnahmen, die erforderlich sind, um das Grundwasser abzupumpen, reichen weit über den Tagebau hinaus. So sind auch die Bruchwälder im Naturpark Maas-Schwalm-Nette durch das Absinken des Grundwasserspiegels bedroht. Der geplante Abbauzeitraum reicht von 2006 bis 2045. Er besitzt Braunkohlereserven von 1,3 Milliarden Tonnen. [4]

Die Aktion zivilen Ungehorsams forderte ein schnelles Ende des Braunkohleabbaus und der Verstromung von Braunkohle – und sämtlicher fossiler Brennstoffe.

Baggerbesetzung am 15. August 2015 -- Weitere Fotos hier: https://www.flickr.com/photos/350org/sets/72157656890742052/page1

Baggerbesetzung am 15. August 2015 — Weitere Fotos hier: https://www.flickr.com/photos/350org/sets/72157656890742052/page1

Videos und Fotos zur Aktion hier:

https://ende-gelände.org

http://graswurzel.tv/p253.html

https://www.flickr.com/photos/350org/sets/72157656890742052

——————————————–

[1] https://www.tagesschau.de/kommentar/kommentar-braunkohle-proteste-101.html

[2] https://ende-gelände.org/sites/default/files/Aufruf_Ende_Gelaende.pdf

[3] https://ende-gelände.org/de/node/65

[4] http://www.dorfinteressengemeinschaft-wanlo.de/DasGelbeBand/garzweiler2.php