Neue Studie zu Rohstoff-Lieferketten erschienen: Faire Verbindung? Tantal für die High-Tech-Industrie & Folgen in Bolivien

Diese Fallstudie zum illegalen Abbau von Tantal im Tiefland Boliviens zeigt auf, dass sein Abbau nicht nur unter dem Vorzeichen als „Konfliktmineral“ problematisch sein kann, sondern dass Sorgfaltspflicht und Transparenz in der Beschaffungskette in jedem Fall notwendig sind. Gewichtige österreichischen Industriebetriebe, die Tantal im großen Stil verarbeiten, bekamen die Studie vorab mit einem Fragenkatalog zugeschickt. Herausgegeben von: Dreikönigsaktion, ÖFSE, CEDIB; basierend u.a. auf Recherchen von Finance & Trade Watch.

Faire Verbindung? Tantal für die High-Tech-Industrie und die Folgen seines Abbaus in Bolivien

Autorinnen: Karin Küblböck, Isabella Radhuber, Gloria Huamán Rodríguez

Tantal war den meisten Leuten vor zwanzig Jahren bestenfalls aus dem Chemieunterricht ein Begriff. Aufgrund seiner besonderen Werkstoffeigenschaften hat das Metall gemeinsam mit der aufstrebenden Hi-Tech-Industrie Karriere gemacht. Heute ist es beispielsweise in jedem Smartphone zu finden. Coltan – seine häufigste Vorkommensform als Erz – erlangte aufgrund seiner Rolle bei der Finanzierung des Bürgerkriegs in der Demokratischen Republik Kongo traurige Berühmtheit. Als die USA 2012 ein Gesetz gegen Konfliktmineralien einführten, wurden andere Abbauregionen interessant. Die vorliegende Fallstudie befasst sich mit dem illegalen Abbau von Tantal im Amazonastiefland Bolivien und beleuchtet dessen Folgen und Kontext. In ökologisch sensiblen Gebieten wie Trockenwäldern kommt es zu Entwaldung, Vergiftung von Böden und Wasser durch Chemikalien und zu massiven Eingriffen in Leben und Rechte der angestammten indigenen Bevölkerung. Über undurchsichtige Kanäle erreicht das im illegalen Kleinbergbau geschürfte Tantal seine Abnehmer/innen und letztlich uns, die wir etwa neue Elektronikprodukte kaufen. Lösungswege wie internationale Regulierungsinitiativen, das Durchsetzen der nationalen Vorschriften und das Schaffen von Einkommensmöglichkeiten abseits des Bergbaus werden skizziert.

Mehr Informationen auf: www.dka.at/rohstoffe

Studie als Online-Pdf zum Download