Ilisu News: Offener Brief für den Erhalt von Zeynel Bey

Protest gegen die Übersiedlung des Zeynep Bey Grabmals (04.06.2016, (c) Hasankeyf Girisimi)

Protest gegen die Übersiedlung des Zeynel Bey Grabmals (04.06.2016, (c) Hasankeyf Girisimi)

Das von uns seit vielen Jahren kritisierte und beobachtete Ilisu-Staudammprojekt, für das das österreichische Unternehmen Andritz AG die Turbinen liefert, steht kurz vor dem Abschluss.

Damit steht die 12.000 Jahre alte historische Stadt Hasankeyf kurz vor der Flutung. Bevor das Ilisu-Staudammprojekt in Südostanatolien/Türkei endgültig abgeschlossen wird, sollen nun die wichtigsten Monumente – darunter das Grabmal von Zeynel Bey- „übersiedelt“ und „gerettet“ werden. Denn die Wasserkraftanlage würde den betroffenen Abschnitt des Tigris-Tals in einen riesigen Stausee verwandeln und Jahrtausende altes Kulturgut unwiederbringlich in den Fluten verschwinden lassen.

Die Übersiedlung der Kulturdenkmäler wird bereits seit Beginn des Projekts sowohl von der Zivilgesellschaft als auch von zahlreichen archäologischen und anthropologischen internationalen Experten als ein Ding der Unmöglichkeit kritisiert. Einerseits besitzen nämlich einige der Denkmäler ihren kulturellen Wert nur im geographischen Zusammenhang. Und andererseits würden die meisten durch das Alter und die Zerbrechlichkeit der Bausubstanz eine Übersiedlung in ihrer ursprünglichen Form wohl nicht überstehen.

Eine Gruppe lokaler und internationaler zivilgesellschaftlicher Initiativen hat einen  offenen Brief an die holländische Firma Bresser Eurasia sowie die griechische Firma Korres Engineering geschrieben. Die beiden Unternehmen wurden gemeinsam mit der türkischen Firma Er-Bu mit der technischen Umsetzung der Übersiedlung des beinahe 600 Jahre alten Zeynel Bey Grabmals betraut.

In dem Brief werden die Firmen eindringlich aufgefordert, von ihrer Beteiligung an dem umstrittenen Projekt abzusehen.

Brief als Online-PDF lesen